Permanent Make-up (PMU) (auch Pigmentierung) ist die Bezeichnung für spezielle kosmetische Tätowierungen im Gesicht, durch die mehrjährig haltbare künstliche Lidstriche oder Lippenkonturen erzeugt werden.

Was zählt zu Permanent Make-up


Augenbrauen – Kontur formen, auffüllen, betonen
Wimpernkranzverdichtung – Lidstrich zwischen den Wimpernhärchen
Lidstrich – feine bis starke Linien für Eyeliner
Lipliner – Kontur formen, vergrößern oder verkleinern
Lippenfarbauffüllung – Lippen voll ausfüllen
Brustwarzenneugestaltung – Brustwarzenimitation
Schönheitsfleck anbringen


Geschichte

Kosmetische Tätowierungen sind bei vielen Völkern bekannt. So wurden beispielsweise bei den Frauen der japanischen Ureinwohner, der Ainu, die Lippen dunkel tätowiert, und bei den Frauen der neuseeländischen Maori die Lippen in die ornamentale Kinntätowierung (Ta Moko) mit einbezogen. Vielfach wurden rote Lippen als unschön betrachtet. Als Pigment wurde in allen Fällen die überall leicht verfügbare Holzkohle – zu feinem Pulver zerrieben – verwendet.
Bei den Wikingern erwähnt der jüdisch-arabische Handelsreisende Ibrahim ibn Yaqub nach einem Besuch in Schleswig [Übersetzung von Georg Jacob]: "Auch gibt es dort eine künstlich hergestellte Augenschminke; wenn Sie sie anwenden, nimmt die Schönheit niemals ab, sondern noch zu, bei Männern und Frauen,"
Offenbar waren bereits in frühmittelalterlicher Zeit in Mittel- bzw. Nordeuropa tätowierte Lidstriche bei Frauen und Männern verbreitet.


Haltbarkeit

Es ist davon auszugehen, dass je nach Hauttyp eine effektive Haltbarkeit von zwei bis fünf Jahren erreicht wird, bevor das Permanent Make-up aufgefrischt werden muss. Beim Pigmentieren werden Farben mit einer feinen Nadel in die obere Dermis eingebracht. Behauptungen, dass die im Vergleich zu gewöhnlicheren Tätowierungen kürzere Haltbarkeit darauf zurückzuführen seien, dass die Pigmente oberflächlicher eingebracht würden, ist angesichts der Erneuerung der Epidermis innerhalb von 4–6 Wochen unrichtig. Die kürzere Haltbarkeit ist eher die Folge der geringeren Gesamtmenge der eingebrachten Pigmente, die sich entsprechend schneller im Gewebe verteilen, bzw. aufgrund einer geringeren Partikelgröße in die Lymphknoten abtransportiert werden.
Das Permanent Make-up verblasst wie klassische Tätowierungen nach einiger Zeit. Farben mit organischen Pigmenten können dabei auch ihre ursprüngliche Farbe verändern, im Gegensatz zu mineralischen Pigmenten.


Risiken

Zu den Risiken gehören Spannungsgefühl, Rötung, Schwellung, Lymphaustritt nach dem Eingriff, Entzündung, Infektionen, bleibende Narben, allergische Hautreaktion und Ausbruch von Lippenherpes.
Sofern die Pigmentierfarbe Eisenoxid enthält, besteht bei späteren MRT-Untersuchungen das Risiko, dass sich Bereiche, in denen das Permanent Make-up aufgetragen wurde, unangenehm erhitzen und dort Rötungen, Schwellungen oder leichte Verbrennungen entstehen. Insbesondere am Auge angebrachtes Permanent Make-up ist daher dem Radiologen zuvor mitzuteilen; unter Umständen muss dann eine MRT-Untersuchung abgebrochen werden.